Scrivener für iOS ist da – Was lange währt…

… wird richtig gut! Seit dem 20.07.2016 ist Scrivener für iOS im App Store verfügbar. Ich habe an der offenen Beta teilgenommen und war (und bin) einfach nur beeindruckt. Nicht nur, dass nach all den Jahren Scrivener endlich auf das iPad kommt, ich hätte nie gedacht, dass Scrivener als App so gut funktionieren würde.

Gerne gebe ich zu, dass auch ich zu denjenigen gehört habe, die Scrivener für iOS schon vor Jahren geraumer Zeit aufgegeben haben. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Keith im Februar ankündigte, dass es dieses Jahr wirklich etwas mit der App wird und er selbst die Entwicklung übernommen hat.

Die App hat alles, was ich von Scrivener brauche. Die Features, die ich regelmäßig in Scrivener auf dem Desktop verwende, habe ich bisher alle in der iOS-App wiedergefunden. Dabei ist die App richtig schön aufgeräumt. Wenn du ein Feature suchst, findest du es leicht, und vor allem dort, wo du es vermutest. Wenn du es nicht braucht, merkst du gar nicht, dass der Button da ist.

Scrivener für iOS in der Corkboard-Ansicht

Scrivener mit mobilen Geräten synchronisieren

Mich interessiert bei einer App, zu der es auch eine Desktop-Version gibt immer der Workflow zwischen beiden. Idealerweise merke ich gar nicht, welches Gerät ich gerade in der Hand habe. Bei Scrivener ist das so.

Wenn du Scrivener für iOS das erste Mal öffnest, verbindest du es mit deinem Dropbox-Account. Dadurch wird ein Unterordner in dem Ordner Apps in deiner Dropbox angelegt. Hierhin kannst du auf dem Mac ein Scrivener-Projekt verschieben und es wird automatisch mit der App synchronisiert. So einfach ist das. Du kannst natürlich auch in der App ein neues Projekt anlegen und in der Dropbox speichern. Auf dem Mac findest du es dann auch wieder in diesem Ordner und kannst es von dort aus öffnen.

Scrivener für iOS mit laufendem Dropbox-Sync

Die Synchronisierung von Scrivener für iOS funktioniert bis auf weiteres mit Dropbox, was ich sehr empfehlen kann, oder über iTunes. Was derzeit nicht geht, ist ein Sync über iCloud. Das hat vor allem technische Gründe.

Die Synchronisation läuft nicht von selbst im Hintergrund, sondern muss manuell angestoßen werden. Hier geht es vor allem darum sicherzustellen, dass immer alle Daten korrekt übertragen werden. Die manuelle Synchronisation ist aber überhaupt kein Nachteil, denn sobald du die App öffnest, meldet sie, wenn Änderungen an den Projekten stattgefunden haben und du kannst direkt den Sync anstoßen. Andersherum prüft der Mac beim Start von Scrivener, ob es für das Projekt, das du gerade öffnest, Änderungen gibt.

Du solltest aber ein bisschen darauf achten, dass auch ein Dropbox-Sync Zeit braucht. Nicht viel, aber ein bisschen. Wenn du sehr schnell zwischen Scrivener auf dem Mac und Scrivener für iOS hin und her springst, kann es tatsächlich mal passieren, dass eine Änderung noch nicht da ist.

Scrivener mit externen Ordnern synchronisieren

In meinem Post „NaNoWriMo – mobiler Workflow mit Scrivener“ habe ich beschrieben, wie du Scrivener über die Synchronisation mit externen Ordnern auch mit anderen Apps unterwegs zum Schreiben benutzen kannst. Mein Workflow sah und sieht hier so aus, dass ich als externen Ordner einen Dropbox-Ordner verwende, auf den ich dann auf dem iPad mit iA Writer zugreife.

Dieser Sync funktioniert auch weiterhin, aber du solltest dich am besten für eine Variante entscheiden. Sowohl der Sync mit mobilen Geräten als auch der Sync mit externen Ordnern synchronisieren Änderungen zuverlässig mit Scrivener auf deinem Mac. Der Sync mit externen Ordnern und der Sync mit mobilen Geräten wissen aber nichts voneinander. Du kannst also mit Scrivener auf dem iPad Änderungen, die du zB mit iA Writer in dem externen Ordner gemacht hast, nur dann sehen, wenn du vorher einen Sync mit der Desktop-App gemacht hast. Da sind Fehler vorprogrammiert, wenn du beide Syncs parallel verwendest.

Ich für mich werde beide Varianten in den nächsten Monaten ausprobieren. Eigentlich schreibe ich lieber in einer reinen Schreib-App, aber Scrivener für iOS ist so komfortabel, dass ich mir gut vorstellen kann, für meine Schreibprojekte ganz auf Scrivener umzustellen. Spätestens, wenn es möglich ist eigene Default-Einstellungen für die Schrift in Scrivener für iOS zu hinterlegen oder die des Desktop-Projektes mit zu synchronisieren, wird das sicher eine Option für mich.

Die Scrivener ist seit dem 20.07. im App Store für iOS verfügbar und kostet 19,99€.

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