Souvenirs, Souvenirs…

30qm_fruehjahrsputz-04Das Uli-Stein-Weiß­bier­glas, das man zum 16. Geburtstag bekommen hat. Die Schnee­kugel mit dem Foto aus dem Skiur­laub vor fünf Jahren drin. Das Falt­brot­körb­chen von IKEA, das man unbe­dingt haben musste, weil es doch so prak­tisch ist, es aber noch nie benutzt hat. Die Oster­deko vom letzten Jahr, die schon wieder völlig aus der Mode ist…

Die Liste lässt sich vermut­lich bei fast jedem von uns endlos weiter­führen. Frau Medele hat es in einem Inter­view bei faz.net kürz­lich tref­fend beschrieben: „Wir sitzen im Museum unseres Lebens.“ In einer kleinen Wohnung sind solche Dinge aber fehl am Platz. Am besten kommen sie erst gar nicht hinein. Bei jedem Stück sollte kritisch hinter­fragt werden, ob es den wert­vollen (weil limi­tierten) Platz in der Wohnung zu Recht bean­sprucht.

Schnick­schnack-Geschenke lässt man am besten erst gar nicht über die Schwelle der Wohnungstür, wenn man sie nicht haben will, sondern entsorgt sie sofort. Das wider­strebt einem zwar am Anfang, aber wenn man keinen Dach­boden, Keller oder ein zusätz­li­ches Gerüm­pel­zimmer hat, muss man hier über seinen Schatten springen. Über die kleine böse Stimme, die einem ins Ohr flüstert „Aber wenn XY mal zu Besuch kommt…“ muss man erhaben sein. Diese Situa­tion hat in den meisten Fällen die Eintritts­wahr­schein­lich­keit eines Lotto­ge­winns und sollte sie wirk­lich eintreten, wird man kreativ und denkt sich eine möglichst abwe­gige Ausrede aus.

Souve­nirs bringt man am besten erst gar nicht aus dem Urlaub mit — ausser sie sind zu etwas nütze. Ich habe mir z.B. aus einem der letzten Urlaube Hand­tü­cher mitge­bracht, die ich auch tatsäch­lich benutze. Deko-Tand aller Art sollte dagegen den Weg erst gar nicht in den Koffer finden. Wenn man anfällig für Spon­tan­käufe im Urlaub ist, sollte man immer mit dem kleinst­mög­li­chen Gepäck­stück reisen. Dann ist erst gar kein Platz im Koffer.

IKEA, Depot, Butlers und wie sie alle heißen, die Läden, die viele prak­ti­sche und deko­ra­tive Dinge für den Haus­halt verkaufen. Hier lauert defi­nitiv Gefahr für den Bewohner kleiner Wohnungen. „Also, diese Marga­rita-Gläser sind ja sooo schön. Und billig sind sie auch noch, der 6er-Karton nur…“, über den Jagd- und Sammel­trieb wird dann gerne vergessen, dass es im Küchen­schrank noch nicht einmal mehr für eines der volu­mi­nösen Gläser Platz hat (geschweige denn für sechs) und man noch nie einen Marga­rita getrunken hat. Hier hilft nur Diszi­plin. Jedes Ding, das in den Einkaufs­korb wandert, sollte entweder vorher bereits auf der Einkaufs­liste gestanden haben oder man hat bereits einen Platz dafür bestimmt.

Wer es nicht über’s Herz bringt, Erin­ne­rungs­stücke und ähnli­ches in den Müll zu entsorgen, der findet an schwarzen Bret­tern oder ggf. auch bei eBay ein neues zuhause für den Plunder. Einfach mal versu­chen, es ist erstaun­lich, was man alles los wird!

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